Duisburgs Schwule und Lesben eröffnen „wärmste Adresse“ der Stadt

Die erste eigene Wohnung ist für viele ein Meilenstein im Leben, der selbst verständlich gebührend gefeiert wird. So dachten es sich auch die Macher rund um den Akdulus – den Arbeitskreis Duisburger Lesben und Schwule – und luden zur offiziellen Eröffnung ihrer ersten eigenen Räume. Raun 20 geladene Gäste, darunter auch Oberbürgermeister Adolf Sauerland, folgten der Einladung

„Seit über 11 Jahren gibt es Akdulus als Dachverband von über 15 Gruppen, Vereinen und Initiativen. Die Ziele des Vereins sind vielfältig: Kultur- und Infoveranstaltung, finanzielle Förderung von Projekten und last but not least eine aktive Vernetzungsarbeit. Nun haben wir unser das erste mal niedergelassen.“, weiß Sascha Roncevic vom Vorstand zu berichten. „Diese war längst überfällig. Denn typisch für Duisburg geht es auch hier um einen Strukturwandel.“ Akdulus schaffe und fördere Strukturen.

Ein eigenes Büro biete nun einen Ort an denen die Fäden zusammen laufen. „Zudem erhalten die Ehrenamtlichen Mitarbeiter eine Adresse unter der sie und der Verein Akdulus auch für die Außenwelt erreichbar und besuchbar sind. Die Räume von Akdulus sollen aber mehr sein als nur ein Büro. Gleichzeitig richten wir eine Mediathek / Bibliothek ein. Gerade in Zeiten Internet, 50 TV-Programmen und einer damit verbundenen scheinbar unendlichen Flut an medialen Informationen, soll dieses Projekt eine Alternative darstellen. Hier kann man Bücher, DVD oder Fachliteratur finden, die in der bunten Datenwelt leicht untergehen.“, ergänzt Roncevic.

Die Lage scheint in bester Nachbarschaft zu liegen. Im selben Haus sind auch die Aidshilfe und  den Förderverein ShAlk (Selbsthilfegruppe Homosexueller Abhängiger) untergebracht. Somit wird der  Vernetzungsgedanke noch greifbarer und konkreter.

OB: „Schwule und Lesben sind auch für den Strukturwandel wichtig“

Auch Duisburgs Oberbürgmeister Adolf Sauerland lies es sich nicht nehmen, persönlich die besten Wünsche der Stadt zu überbringen. In seiner kurzen Rede hob er hervor wie wichtig, Vernetzungsarbeit gerade im bereich der Selbstorganisation sein. Dadurch könne man viel erreichen. Mit Blick auf dem Haushalt freue er sich besonders, dass man nicht nur die Hand aufhalte, sondern die Mittel zur Unterhaltung der Räume eigenständig aufbringe. Eben so erfreut ist er über die Lage am Rand vom Hochfeld. Duisburg Schwule und Lesben seien eine Bereicherung für den Stadtteil, der sich im Umbruch befinde.

Auch könne er sich vorstellen, dass Akdulus in einigen Jahren mit einem eigenen schwullesbischen Zentrum Richtung Münzstrasse wandere. Denn nach dem Masterplan von Sir Norman Foster, soll sich hier eine Art Kreativ-Quartier bilden.  Schwule und Lesben würden hier eben so wie Künstler und junge Migranten wichige Impulse für den Strukturwandel setzen.

Auch Roncevic nahm die Zentrums Idee auf: „Mit unseren ersten eigen Räumen wurde ein erster Schritt unternommen. Ein Langzeitziel bleibt aber irgendwann ein richtiges schwullesbisches Zentrum für Duisburg zu realisieren. Bis dahin wird sicher noch einiges an Wasser den Rhein runterfliesen. Aber wenn mit dem selben Elan und der gleichen Leidenschaft daran gearbeitet wird – und da bin ich mir sicher, dann wird das Zentrum kommen. Wer hätte schließlich vor 20 Jahren schon gedacht, dass dort wo einst Stahl produziert wurde, heute Freizeit,  Erholung und  Kultur deutschlandweit im  Fokus steht „

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