Offener Brief an Herrn Dr. Langner

Sehr geehrter Herr StadtkämmerePeter Langnerr Dr. Langner,

mit Bedauern und großem Entsetzen haben wir in der heutigen Tagespresse vernommen, dass Sie sich in tiefem Maße verletzend über Homosexuelle in  Führungspositionen geäußert haben.

Wir, der Arbeitskreis Duisburger Lesben und Schwule e.V., vertreten als Dachverband  von fünfzehn lesbisch-schwulen Gruppen, Initiativen und Vereinen die Interessen von  Homosexuellen in Duisburg und Umgebung.

Natürlich können wir nicht beurteilen, ob die von Ihnen getätigte Aussage in Ihrer  Weltanschauung verankert ist oder ob es sich hoffentlich um einen einmaligen Fauxpas  handelt. Auch im letzteren Falle möchten wir darauf hinweisen, dass eine solche  Äußerung nicht einfach als Ausrutscher hingenommen werden kann.

Gerade hier werden latente Vorurteile und ein in der Gesellschaft schlummerndes Potential an Homophobie deutlich erkennbar. Nicht umsonst arbeiten viele Verbände daran, diese latente Homophobie in der Gesellschaft aufzudecken und zu bekämpfen. Als Beispiel sei nur etwa die Verwendung des Wortes „schwul“ als eines der verbreitetesten Schimpfwörter genannt.

Sie als Repräsentant der Stadt und aktiver Politiker haben daher in unseren Augen eine besondere Vorbildfunktion. Selbstverständlich erwarten wir als engagierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt von Ihnen eine persönliche Stellungnahme.

Auch möchten wir Sie gerne einladen eine Fassette homosexuellen Lebens hautnah kennen zu lernen. Eine passende Gelegenheit bietet sicher die Jubiläumsveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen der Selbsthilfegruppen ShAlk am 23.10.2009 ab 12:00 Uhr in der Friedensstr. 100, 47053 Duisburg.

Mit freundlichem Gruß

Knut Dehnen, Sascha Roncevic, Oliver Schulzke

Kopie an:

  • Oberbürgermeister Adolf Sauerland
  • SPD-Unterbezirk Duisburg
  • Frank Albrecht
  • Bärbel Bas, MdB
  • Johannes Pflug, MdB
  • WDR Duisburg
  • WAZ Duisburg
  • NRZ Duisburg
  • Rheinische Post Duisburg

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: