Stellungnahme zur Situation der Kulturzentrale HundertMeister

Der Arbeitskreis Duisburger Lesben und Schwule e.V. (Akdulus e.V.) tritt für den Erhalt der Kulturzentrale HundertMeister in Duisburg ein. Weiter fordert er die Politik, die Stadtverwaltung und nicht zuletzt die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEBAG auf, den Fortbestand des für Duisburgs Kulturszene so wichtigen Hauses zu ermöglichen.

Der Akdulus e.V. repräsentiert als Dachverband die schwul-lesbische Szene Duisburgs. Er tritt darüber hinaus auch als Förderer und Veranstalter im schwul-lesbischen Kulturwesen, in der Jugend- und Präventionsarbeit und vielen anderen Bereichen auf. Mit dem HundertMeister besteht seit dessen Gründung eine enge Zusammenarbeit. So findet seit über zehn Jahren beispielsweise die WarmUp-Party monatlich im Haus am Dellplatz statt.

Für die Duisburger Schwulen- und Lesbenszene ist diese Veranstaltung eine tragende Säule und aus einer Vielzahl von Gründen von elementarer Bedeutung:

1.    Durch die Party wird der schwul-lesbische Standort Duisburg nicht nur regional, sondern auch überregional belebt. Hier durch entstehen Synergien, die gerade in Zeiten einer zunehmenden Flucht ins Internet eine gelebte Szenekultur beflügeln.

2.    Mit ihren durchschnittlich 300-500 Besuchern stellt die WarmUp einen soziokulturellen Treffpunkt dar, der über Generationen-, Geschlechter- und sexuellen Orientierungsgrenzen hinweg Menschen unterschiedlichsten Milieus zusammen führt. So können durch direkte Begegnungen, eine gelebte Vielfalt kennengelernt, Vorurteile abgebaut und die Toleranz gegenüber homosexuellen Lebensweisen gefördert werden.

3.    Als Kooperationspartner nutzt die Aids-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel e.V. die Party, um Präventionsarbeit leisten zu können. Ohne das HundertMeister und die WarmUp würde hier eine wichtige Schnittstelle zur Zielgruppe verloren gehen.

4.    Die durch die Eintrittsgelder anteilig erworben finanziellen Gewinne fließen in die Förderung verschiedener schwul-lesbischer Organisation, Vereine und Verbände. Diese finanzielle Unterstützung ermöglicht oft erst ihr Wirken in Selbsthilfegruppen, Jugend- oder Kulturarbeit sowie an gesellschaftspolitischen Projekten.

Ebenso entlastet die Förderung die öffentliche Hand, da diese in ihrer Verpflichtung zur Subvention entsprechender Aufgaben entbunden wird. Als Beispiele können die Kulturreihe ‚queer.life.duisburg‘, die Selbsthilfegruppe Homosexueller Suchtkranker oder Schwerpunktveranstaltungen zu Thema „Migration und Homosexualität“ genannt werden. Die Liste der geförderten Projekte ist natürlich weitaus länger.

5.    Durch die WarmUp-Party erhält auch der Akdulus selbst erst die Möglichkeit vollkommen ohne staatlichen Förderungen seine Arbeit zu leisten. So können Vernetzung, Beratung, Infostände oder auch Veranstaltungen wie das schwul-lesbische Sommerfest (CSD Duisburg) nur durch die Erlöse der WarmUp im HundertMeister ermöglicht werden.

Das HunderMeister ist für Duisburg der Art einzigartig, dass ein anderer Veranstaltungsort für die WarmUp-Party nur schwer zu finden sein wird.

Daher solidarisiert sich der Arbeitskreis Duisburger Lesben und Schwule e.V. mit dem Betreiberverein des HundertMeisters. Er fordert die Stadt Duisburg dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass besonders die durch den Rat der Stadt beschlossenen Mietfreiheit sowie eine Verlängerung des Mietverhältnisses durch die GEBAG realisiert werden. Alleine schon am Bespiel der schwul-lesbischen Szene wird deutlich, welcher bittere Schaden durch ein Schließen des Hauses kaskadenartig für viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in Duisburg entstehen würde.

Kommentare sind geschlossen.

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: